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Th.Henss Site Admin

Anmeldedatum: 28.09.2006 Beiträge: 1393 Wohnort: Wustrow
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Verfasst am: 29.05.2008, 02:13 Titel: Wenn Gebärdendolmetscherinnen..... |
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Text von LB Magazin:
| Zitat: |
Ein gehörloses Mädchen in einer Vorlesestunde
Der Inhalt: Die siebenjährige Xenja wird zusammen mit hörenden Kindern in einer Regelschule unterrichtet. Das kleine Mädchen braucht ständig einen Gebärdendolmetscher........... |
Hier gehts weiter:
http://www.lbmagazin.de/page2.php?rub=12&id=146
Den Link habe ich geschickt bekommen - läuft das nun wirklich so suboptimal oder ist das übertrieben? _________________ Rechts Nucleus Freedom
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colagirly70 Fürst aller Blechohren

Anmeldedatum: 12.11.2007 Beiträge: 1814 Wohnort: Langen BL:BRANDENBURG
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Verfasst am: 29.05.2008, 14:13 Titel: GL auf Regelschule |
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Hallo,
frage mich manchmal wirklich, wozu das eigentlich gut sein soll. Dafür habe ich echt kein Verständnis. Weder für das Kind noch für den Dolmetscher. Da möchte man mal die Eltern des Kindes fragen, ob sie nicht mal an das Wohl des Kindes denken können. Voll bekloppt. Ich denke mal, auch für das Kind ist das eine Zumutung. Wie der Dolmetscher das ganze aufnimmt, weiß ich ja nicht, aber mein Mann, der ja ebenfalls Gebärdensprachdolmetscher ist, ist der Meinung, das da auch Geld eine gewisse Rolle spielt. Der Dolmetscher verdient doch super daran. Aber auch für alle amderen in der Klasse ist das doch auch eine Zumutung. Nichts gegen GL's. Aber das GL-Kind wäre in einer GL-Klasse besser aufgehoben. Die lernen doch auch nicht anders als in der Regelschule. Ich kann hier diesen Vergleich machen, da meine Zwillinge ja genau in dieser Situation sind. Der Junge auf eine Schwerhörigenschule und seine Zwillingsschwester auf eine Regelschule. Beide haben den gleichen Unterrichtsstoff in jeweiligen Fächern. Wenn sie am Wochenende zusammen lernen fällt mir das besonders auf. Mal ist das Mädel etwas weiter mal der Junge. So lernen sie dann noch voneinander. Sind beide recht pfiffige Kids und stehen auch im Zensurenspiegel gleich. Da sagt man jetzt" typpisch Zwillinge". Doch sind beide unterschiedlich wie Tag und Nacht. Das Mädel wird nach der 6. Klasse auf die Sportschule wechseln und bei den Jungen müssen wir abwarten, wie sich das hören mit CI bei ihm entwickelt. _________________ HG von Peggy
Mit den zweiten höre ich besser !
07/07 & 02/08 Freedom
www.cochlearimplanttraegerin.de.tl |
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Rita Hat sich bereits eingerichtet

Anmeldedatum: 26.09.2007 Beiträge: 228
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Verfasst am: 29.05.2008, 14:18 Titel: |
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Den Artikel habe ich gelesen und ich war erschrocken. DAS kann ja nun keine Lösung sein, oder? In unserer Zeit ist eine vernünftige Bildung die Basis für eine Ausbildung und wenn da schon (aus welchen Gründen auch immer) geschlampt wird, kämpfen die Kinder lange Zeit mit diesen Fehlern.
Ehrlich gesagt, auch bei meiner Tochter mache ich mir viele Gedanken um diese Problematik. Wir haben sie jetzt ein Jahr zurückstellen lassen, d.h. sie kommt erst nächstes Jahr zur Schule. Ganz ohne Gebärden wird sie sicher nicht auskommen, sie wird auch eine entsprechende Schule besuchen. Dort sind allerdings auch normalhörende Kinder, die anders eingeschränkt sind (z.B. Autisten oder Kinder mit Sprachproblemen). Vor einigen Wochen konnte ich in einer ersten Klasse hospitieren und ich war positiv überrascht. Der Unterricht läuft in Lautsprache, wird mit Gebärden unterstützt, die Kinder nutzen z. B. beim Lesen eine FM-Anlage. In dieser Klasse wurde aber auch Wert gelegt auf richtige Satzbildung. Übrigens werden schon die Klassen nach den Fähigkeiten der Kinder eingeteilt, damit alle entsprechend gefördert werden können. Die angeschlossene schulvorbereitende Einrichtung arbeitet nach dem gleichen Prinzip, es geht also fast nahtlos über und die Lehrer und Erzieherinnen tauschen sich aus.
Falls sich herausstellt, dass ein Kind auf der Regelschule klarkommen kann, kann es natürlich wechseln.
Sicher muss von Fall zu Fall entschieden werden. Aber im Fall Xenja schrillen bei mir sämtliche Alarmglocken, das kann nicht gut gehen! _________________ Hier unterwegs im Namen der Neugierde!  |
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muggel Site Admin

Anmeldedatum: 01.11.2006 Beiträge: 1690 Wohnort: Unna
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Verfasst am: 29.05.2008, 15:00 Titel: |
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Hallo,
ich habe mir lange Zeit Gedanken über diesen Artikel gemacht. Zumal ich von Xenja schon viel früher etwas gehört habe. Damals ging es um die Kostenübernahme von dem Dolmetscher für Xenja bei Regelschulbesuch.
http://www.kestner.de/n/verschiedenes/presse/2007/xenja.htm
Die Informationen sind doch etwas anders. Es wird gesagt, dass Xenja überdurchschnittlich begabt ist... aber mehr nicht.
In dem Artikel, dessen Link Thomas gepostet hat, stehen ein Paar andere Informationen. Xenja beherrscht die Schriftsprache nicht, Xenja kann nicht sprechen.
Wenn es so wäre, dass Xenja sprechen könnte, auch die Schriftsprache beherrst, dann fände ich die Idee der Beschulung mit Dolmetschereinsatz sehr gut.
Nach dem lbmagazin scheint es so zu sein, dass Xenja vielleicht überdurchschnittlich begabt ist, aber nicht die Fähigkeiten besitzt, die ein Regelschulkind benötigt. Dieses zeigt sich ja klar an den vielen Korrekturen und den sehr einfachen Aufbau der Sätze, die Xenja im Heft stehen hat. Die Lehrerin muss Xenja folglich erst mal die deutsche Schriftsprache beibringen... denn zu Hause kann sie diese nicht lernen.
Xenja muss folglich erst einmal "deutsch" lernen.. für sie eine Fremdsprache. Auch wenn sie mit Hilfe der Dolmetscher den Inhalt des Unterrichtes versteht, so kann sie dennoch nicht sinnvolle Sätze im Schriftdeutsch auf das Blatt Papier bringen (auch der korrigierte Satz mit dem Roller als Weihnachtsgeschenk ist falsch!). Das Problem sehe ich darin, dass Xenja nicht weiß, warum der Satz immer noch falsch ist!
Deutsch ist für Xenja eine Fremdsprache. Diese jedoch kann sie nur lernen, wenn sie die anwendet. Die Lehrer achten wohl darauf, aber sie muss ja nicht sprechen, sondern ihre Beiträge werden über den Dolmetscher ins Hochdeutsch übersetzt. So lernt Xenja niemals die Schriftsprache.
Während K. Kestner schrieb, dass sie in der Schule vollkommen integriert sei, so liest sich der Beitrag oben anders. Sie ist nur dann integriert, wenn sie ein Sprachrohr hat. Alleine selbst kann sie nicht mit anderen Kindern der Klasse kommunizieren bzw. diese verstehen sie nicht.
Im Vergleich zu den vielen Migrantenkindern.... die müssen auch zwangsweise Deutsch lernen, sowohl in Wort als auch in Schrift. Sie haben nicht einen Dolmetscher, der ihnen hilft, das gesprochene Wort in ihre Muttersprache zu übersetzen. Auch dann nicht, wenn nachgewiesen ist, dass das entsprechende Kind hochbegabt ist.
Natürlich sollen begabte / hochbegabte Kinder gefördert werden. Selbst habe ich eine hochbegabte Tochter, weiß also über das Thema sehr gut bescheid. Förderung in der Schule ist sehr stark abhängig von dem Lehrer. Ist dieser willig, dann klappt es mit der Förderung, ansonsten sind die Eltern gefragt.
Wenn ich alleine nur 1/4 des Geldes zur Förderung meiner Tochter bekommen würde, was in die Dolmetscher für Xenja gesteckt wird... dann wäre ich mehr als glücklich!
So müssen wir uns weiter durch die "normale" Schule kämpfen. Wenn alles so weiterläuft, dann kann meine Tochter vielleicht mal eine Klasse überspringen (Wahrscheinlichkeit ist recht gut) und macht dann mit 16 Jahren Abitur. Förderbedarf sehe ich auch.. aber Förderung bekommen wir nicht!
Grüße,
Miriam |
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Sandra Hat sich bereits eingerichtet

Anmeldedatum: 02.11.2006 Beiträge: 461 Wohnort: Nordhessen
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Verfasst am: 29.05.2008, 22:25 Titel: |
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Hallo,
ich hab diesen Thread noch nicht alles gelesen - werde aber mal einen Link einwerfen http://www.taubenschlag.de/SSHSendetexte danach auf 1361.Sendung vom 29.März 2008 anklicken! Dort wurde der Text wiedergegeben welches zu dieser Zeit in "Sehen statt Hören" ausgestrahlt wurde!
Gruss Sandra |
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Th.Henss Site Admin

Anmeldedatum: 28.09.2006 Beiträge: 1393 Wohnort: Wustrow
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Verfasst am: 30.05.2008, 00:00 Titel: |
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Und, genau dieser Beitrag aus "Sehen statt Hören" wurde aus meiner Sicht (und auch der Sicht anderer) von LB kritisiert.
Ich finde den Beitrag von "Sehen statt Hören" reichlich unkritisch...
Was erfahre ich jetzt daraus? Dass Gehörlosenschulen schlecht sind, weil man da eh nichts lernt?
Hm, ...  _________________ Rechts Nucleus Freedom
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Emse Hat sich bereits eingerichtet

Anmeldedatum: 04.12.2007 Beiträge: 218
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Verfasst am: 30.05.2008, 00:30 Titel: |
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Sorry, Thomas, aber ich finde eure Postings recht (vor)verurteilend. Ich finde, ihr solltet Xenja und ihren Eltern das Urteil überlassen, ob der Weg für Xenja gut ist oder nicht. Wäre ich Xenja oder ihre Mutter und würde ich von der Diskussion hier erfahren, wäre ich verärgert, dass fremde Menschen so über uns sprechen, ohne uns zu kennen.
Ich mochte es auch nie, wenn ich mich dafür rechtfertigen musste, dass ich trotz meiner Gehörlosigkeit an der Regelschule klarkam. Zwar habe ich die volle Lautsprachkompetenz, das hielt aber viele Menschen nicht davon ab, den Weg, den ich gegangen bin, als "psychisch nicht gut zu verkraften" zu bezeichnen. Manche Kinder haben eine hohe Frustrationstoleranz, die scheint Xenja auch zu haben und das ist die Hauptsache.
Auch ich hatte als Grundschülerin ein "Sprachrohr" und konnte mich nur mit ganz wenigen Mitschülerinnen verständigen, weil ich so schlecht verstanden und so schlecht gesprochen habe. Mit zunehmendem Alter lief es aber besser. In den ersten drei Jahren an der Regelschule konnte ich eigentlich nur mit drei Mädchen wirklich kommunizieren, aber das genügte mir vollauf und wenn die alle krank waren, war es auch o.k. Je älter ich wurde, desto größer wurde der Kreis der Klassenkameraden, mit denen ich mich verständigen konnte.
Natürlich sehe ich bei Xenjas Weg Probleme, vor allem wenn sie in höhere Klassen kommt. Aber vielleicht entwickelt sich ihre Schrift- und Lautsprache so, dass sie sich mit anderen allein immer besser verständigen kann, und vielleicht lernen ihre Mitschüler gebärden. Ich wünsche ihr, dass sie ihren Weg findet. |
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Th.Henss Site Admin

Anmeldedatum: 28.09.2006 Beiträge: 1393 Wohnort: Wustrow
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Verfasst am: 30.05.2008, 16:18 Titel: |
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Tja, - wenn man nicht will, dass über so etwas geredet wird, dann sollte man auch nicht nach Spenden rufen. Natürlich wird das diskutiert.
Nicht zuletzt geht es ja auch darum, dass "Sehen statt Hören" die ganze Sache korrigiert hat, was sich da so elegant liest, sah real so aus:
- (Mutter zeigt auf Heft) Was machen?
(Untertitel im Bild: Was habt ihr da gemacht?)
- (Xenja) Ich allein schreiben aber Lehrer verbessern.
(UT: Ich habe es alleine geschrieben. Meine Lehrerin hat es korrigiert in Grün.)
- (Mutter) Verbessern. Grün. Das interessant erzählen. Gut. "Mama schenken Roller", stimmt.
(UT: Ach das ist schon korrigiert. Schön, interessant was du da erzählt hast! Stimmt, ich hab dir einen Roller geschenkt.)
- (Xenja) Stimmt. Weiß ich.
(UT: Aber ich habe es nicht richtig geschrieben. Schade.)
- (Mutter) Stimmt. Ich zeigen später heute Abend.
(UT: Ich zeige es noch Papa heute Abend, ja?)
Natürlich ist der Kontakt mit Normalhörenden so ziemlich das wichtigste, um später mit den Leuten umgehen zu können. Ich bezweifele aber ziemlich, dass das Ganze mit dem Dolmetscher etwas bringt.
Wie will die Kleine mit diesem Deutsch später mal eine Bewerbung oder Arbeit mitschreiben? _________________ Rechts Nucleus Freedom
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Teelicht Hat sich bereits eingerichtet
Anmeldedatum: 05.11.2008 Beiträge: 80 Wohnort: Freiburg
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Verfasst am: 14.04.2009, 07:23 Titel: |
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Hallo,
na Integration um jeden Preis ist nicht immer ratsam.
Fraglich auch wie es dem Mädchen damit geht. Wie ist denn der Stand inzwischen?
Philip ist nun seid über 2 Jahren in Stegen auf der Schule, inzwischen auf der Hauptschule und dort in einer Sonderschulklasse mit 4 Kindern.
Er hat in Stegen überhaupt erst lesen und schreiben gelernt, ich habe da nicht mehr so richtig geglaubt.
Aber dank der intensiven und guten Förderung hat es doch noch geklappt. In einer großen Klasse, selbst mit Dolmetscher, wäre das nichts geworden, da bin ich mir sicher.
VG Bettina |
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Quistris Hat sich bereits eingerichtet

Anmeldedatum: 29.06.2008 Beiträge: 120 Wohnort: Oldenburg (i. Oldbg.)
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Verfasst am: 14.04.2009, 12:08 Titel: |
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Ouha,
ein Thema, wo ich mich mal wieder aufregen könnte.... aber ich verzichte lieber, insbesondere, was Hörgeschädigten-Schulen betrifft, könnte ich hochschießen (und natürlich auch, was Schriftdeutsch lernen angeht - Stichwort: Lesen = Bücher, Buchmaterial zur Förderung!).
FAKT ist für MICH, daß nicht nur die (egal ob normalhörend oder gehörlose/schwerhörige) Eltern, sondern auch die entsprechenden Schulen gefordert sind - bzw. deren Lehrer, die damit konfrontiert werden und das gilt insbesondere für die Sonderschulen! Die Lehrer scheinen noch oft auf dem Standpunkt zu sein, daß es nicht möglich ist, den Gehörlosen/Schwerhörigen das beizubringen, was sie brauchen, um im normalen Leben später klarzukommen. Ist es da noch verwunderlich, daß man Gehörlose/Schwerhörige teilweise noch "dumm gehalten" werden?!
Ich hätte z. B. heute nicht das Glück gehabt, mit Abitur nach Hause zu kommen, wenn nicht mein Schullehrer an der Sonderschule (LBZH Oldenburg seinerzeit), erkannt hätte, daß er eine Klasse hatte, die besonders begabt gewesen ist - und hat für uns von Anfang an bis zum Ende durchgeboxt, was wir an Wissen und Lernmaterial brauchten! Ironie: Wir waren die Vorführklasse schlechthin.. und hatten einen super Schulleiter, der uns das ermöglichte, bis er in Rente ging - danach gings bergab. Der neue Schulleiter wollte und will weder DGS noch LBG für die Gehörlosen, nur lautsprachlichen Unterricht - so daß es für Gehörlose wieder sehr schwierig wurde, überhaupt Wissen anzusammeln. Darüber gibt es auch genügend Kontroversen in vielen Bereichen - und der Schulleiter nimmt es nicht wahr (arrogante Ignoranz*anmerkend).
Das, was bei dem Beitrag in Sehen statt Hören gezeigt wurde, wird dem Kind noch zum Verhängnis werden. So sehe ich das. Es braucht begleitende Gebärdensprache, kein DGS, eher LBG und wäre m. E. in gerade diesem Fall eher in der Sonderschule besser aufgehoben, trotz sprachlichem Entwicklungsstand. Es kriegt nicht das vernünftige Schriftdeutsch mit! Sofern das Kind wirklich besonders begabt ist, kann man es auch außerschulisch nebenher fördern!
Und die Aussagen von der Kestner... darüber werde ich mich nicht äußern, weil es einfach für mich "ohne Worte" sind oder langwierige Diskussionskabbelei wird, was am Ende nur zu Zoff & Streit bringt - und verzichte darauf lieber, weil es zu nichts führt und den Kindern damit auch nicht geholfen wird.
Mehr werde ich zu dem Ganzen nicht äußern.
LG Quis _________________ Nicht sehen trennt den Menschen von den Dingen.
Nicht hören trennt den Menschen vom Menschen.
(Immanuel Kant)
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12/2008 Freedom - li,
04/2003 HG Phonak PowerZoom - re |
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Regenbogen Fürst aller Blechohren
Anmeldedatum: 11.01.2008 Beiträge: 1025
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Verfasst am: 17.04.2009, 13:12 Titel: |
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Ich wäre bei beiden angegebenen Quellen etwas vorsichtig - so grundsätzlich (zum Fall selbst kann ich nichts sagen, da kenne ich mich zu wenig aus).
Die eine Seite hat unbestritten für die Gehörlosen ganz viel erreicht, sagt da sehr viel Wahres und legt ein tolles Engagement an den Tag, ist aber absolut immer gegen alles Lautsprachliche und gegen das CI.
Der andere (hab inzwischen mal ins LB-Magazin reingelesen) hat da auch so einiges stehen, das ich unterschreiben würde. Ich glaube, daß viele Übertreibungen, die da kritisiert werden (CI-Fuck off-T-Shirt, Voodoo-Verfluchungsritual an CI-Puppen etc.), wirklich Stilblüten sind, die kranken Hirnen entspringen. Sorry für die harte Wortwahl, aber Haß ist tatsächlich krank und anders kann ich mir sowas nicht erklären. Kritik an solchen Dingen ist sicher angebracht.
Andererseits habe ich ja schon in meiner Zeit in einem hier nicht näher genannten Gehörlosenforum Postings von ihm gelesen, und da hat sich doch der Eindruck aufgedrängt, daß er schon aus Prinzip gegen alles ist, was die machen, und das auch sehr provokant rüberbringt. Ich glaube, Ihr versteht, was ich meine - er bringt seine Kritik nicht konstruktiv, sondern destruktiv. Hab jedenfalls den Eindruck, daß die Gl machen können, was sie wollen - er wird´s immer und grundsätzlich niedermachen.
Richtige Kritik sollte eigentlich immer aus Sympathie und Sorge angebracht werden - konstruktiv halt. Das fehlt mir da. (Auf beiden Seiten.)
Natürlich sollte dann auch die kritisierte Seite nicht glauben, daß sie sich einen Zacken aus der Krone bricht, wenn sie berechtigte Kritik annimmt. _________________ Es gibt auf Erden keinen Kummer, den der Himmel nicht heilen könnte. (William Paul Young, "Die Hütte") In memoriam Robert Enke |
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Deafpower Lauscht noch
Anmeldedatum: 07.07.2010 Beiträge: 1
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Verfasst am: 07.07.2010, 16:14 Titel: |
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Hallo Ihr,
zufällig bin ich auf diesem Forum gelandet und habe die Berichte über Xenja gelesen...
Mein Gott, wie Ihr geschrieben habt...
Ich bin aber in anderer Meinung.
Xenja ist wirklich sehr gute Schülerin in der Regelschule.
@ Muggel:
Dein Zitat: Xenja beherrscht die Schriftsprache nicht, Xenja kann nicht sprechen.
Leider stimmt es überhaupt nicht. Xenja kann gut sprechen, weil sie schon seit 4,5 Jahren zur Logopädin geht. Ebenfalls beherrscht sie Schriftsprache dank des Regelschulbesuchs!!!
Dein Zitat: Wenn es so wäre, dass Xenja sprechen könnte, auch die Schriftsprache beherrst, dann fände ich die Idee der Beschulung mit Dolmetschereinsatz sehr gut.
Es hat aber mit dem Lautsprachkompentenz nichts zu tun. Es ist am wichtigsten, dass das von taub an geborene Baby gleich nur in DGS (Deutsche Gebärdensprache) wahrnehmen muß. Das ist eben sein Erstsprache = Muttersprache. Außerdem ist DGS seit 2002 als eigenständige Sprache anerkannt. Dank der DGS wächst der Wortschatz ständig.
Dein Zitat: Deutsch ist für Xenja eine Fremdsprache. Diese jedoch kann sie nur lernen, wenn sie die anwendet. Die Lehrer achten wohl darauf, aber sie muss ja nicht sprechen, sondern ihre Beiträge werden über den Dolmetscher ins Hochdeutsch übersetzt. So lernt Xenja niemals die Schriftsprache.
Deutsch als Fremdsprache??? Nein, es stimmt nicht. Für Xenja ist Deutsch als Zweitsprache im „natürlichen“ Kontext (laut Wikipedia). Sie kann jetzt sprechen und beherscht gute Schriftsprache. Siehe oben!
Und mit diesem Wort "niemals" ist eine Frechheit! Das darf man nicht sagen...
Dein Zitat: Sie ist nur dann integriert, wenn sie ein Sprachrohr hat. Alleine selbst kann sie nicht mit anderen Kindern der Klasse kommunizieren bzw. diese verstehen sie nicht.
Leider kennst Du Xenja persönlich nicht. Sie hat sowohl viele hörende Freunde als auch taube Freunde. Sie ist sehr gut integriert. Der Dolmetscher wird nur im Unterricht eingesetzt. In der Pause bleibt der Gebärdensprachdolmetscher im Lehrerzimmer. Ohne Gebärdensprachdolmetscher kommt sie mit hörenden Kindern sehr gut zurecht.
@ Emse:
Ja, Du hast richtig geschrieben, dass man Xenja und ihre Eltern das Urteil überlassen soll. Xenja und ihre Mutter haben viele Diskussionen in verschiedenen Foren gelesen und finden das überhaupt nicht in Ordnung. Man soll besser erstmal Xenja und ihre Familie persönlich kennenlernen, dann kann man sich besser vorstellen, wie gut oder schlecht für Xenja ist.
Viele Tauben haben am Anfang kritisch beurteilt. Aber ihre Meinung wurde inzwischen geändert, als sie Xenja persönlich kennengelernt haben...
@ Th. Henss:
Leider steckt die Untertitel in den Kinderschuhen... Außerdem hat vermutlich die Hörende das übersetzt. Ob diese Hörende sehr gute DGS-Kompentenz???
@ an alle Leser:
Gute Nachricht habe ich für Euch: Sicher wollt Ihr gerne wissen, was Xenja jetzt nach 2 Jahren macht...
Jetzt, am kommenden Samstag, 10. Juli 2010 kommt der 2. Kurzfilmbericht im Fernsehen.
Der Filmbeitrag heißt „Was macht Xenja heute? - Gehörlose Schülerin in der 3. Klasse Regelschule“ und dauert ca. 9 Minuten.
Wer am Samstag nicht fernsehen kann, kann auch an anderen Tag ansehen. Der Film wird auch wiederholt.
Hier Programm und Uhrzeit:
Samstag, 10.07.2010
NDR 7.30 bis 8.00 Uhr
WDR 7.30 bis 8.00 Uhr
BR 9.45 bis 10.15 Uhr
RBB 10.45 bis 11.15 Uhr
MDR 11.05 bis 11.35 Uhr
Sonntag, 11.07.2010
SWR BW 7.00 bis 7.30 Uhr
Montag, 12.07.2010
MDR 9.15 bis 9.45 Uhr
Mittwoch, 14.07.2010
BR Alpha 15.00 bis 15.30 Uhr
Donnerstag, 15.07.2010
BR Alpha 10.30 bis 11.00 Uhr
Freitag, 16.07.2010 Uhr
3Sat 11.30 bis 12.00 Uhr
Samstag, 17.07.2010
NDR 6:25 bis 6.55 Uhr
Viel Spaß beim Fernsehen!
Auf weiteren Rückmeldungen über diesen 2. Film würde ich mich freuen!
Viele Grüße DEAFPOWER
P.S.: Vor mehr als 2 Jahren, am 29.03.2008 wurde ein halbstündiger Film „Integrative Beschulung – Einmal anders“ im „Sehen statt Hören“-Fernsehen ausgestrahlt.
Wer hat diesen Film verpasst, könnt Ihr auch den Filmbericht im Internet lesen: http://www.taubenschlag.de/html/SSH/index.html _________________ "Eine Schule für Alle" |
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