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Lucy

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Freitag, 10. Juli 2015, 18:16

Patient mit CI, alles nicht so einfach

Ich plaudere mal ein wenig aus meinem Nähkästchen...

Vor paar Tagen bekamen wir einen neuen Patienten auf die Station. Er kam zwar nicht in mein Pflegebereich, aber ich und Kollegin gucken schon gegenseitig die Patienten an, zudem der Herr schon 90 ist, dement und pflegebedürftig. Das erste, was mit auffiel, war ein CI am seinen linken Ohr.
In der Aufnahme wurde das als "Hörgerät" abgetan.
Als Cochlea Implantat tauchte es tatsächlich in einem alten Arztbrief. Implantiert 1994, da war der Herr 69 Jahre alt, so weit, so gut.
Also jetzt 90, dement, er kann das Gerät nicht mehr selbst bedienen, punkt.
Freundlicherweise hat der Pflegedienst ein Paket Batterien- also diese 10 Blister á 6 Stück- mit eingepackt.
Da der Patient sehr unruhig war, fiel ihm sein CI irgendwann vom Kopf ab. Sobald ich das gesehen habe, habe ich es wieder ihm dran gemacht. leider hat er nur Ohrhaken, keine Otoplastik, was in dem Fall optimaler wäre, aber nun.
Irgendwann gaben wohl die Batterien den Geist auf. Also Batterien wechseln. Ich bin Med- El- er, ich weiß, wie das bei meinem Opus XS geht. Meine Recherche ergab, dass der SP des Patienten ein Freedom von Cochlear ist, und wohl ein älteres Modell, mit so einem kleinen Display hinten. Dort erscheint immer kleines Logo vom Cochlear, mal eine Zahl, dann drei Balken- was es immer zu bedeuten hat, ich weiß es nicht. Zwei Knöpfe sind auch dran, ein Knopf sieht aus, wie lauter- leiser, der zweite wird wohl T- Spule sein??
Gut, dass meinereiner in Bad Nauheim zur Reha war und auch mal gesehen, wie die anderen Patienten mit anderen Fabrikaten die Batterien/ Akkus wechseln, weil, dass man bei Cochlear so zur Seite drehen soll, um an das Innenleben zu kommen, da wäre ich im Leben nicht drauf gekommen. Also gekonnt "abgedreht", Batterien sichtbar, aber irgendwie jede einzelne in Halterungen befestigt, wie pule ich sie jetzt da raus? (Ich will dem SP natürlich und unter keinen Umständen einen Schaden zufügen).
Irgendwann habe ich sie vorsichtig mit Hilfe eines Kugelschreibers rausgedrückt, ging an sich einfach, ist aber sicherlich nicht so abgedacht, egal, Hauptsache, ich bin weiter gekommen und neue Batterien drin.
Tja, und wie kriege ich jetzt den SP an?
Bei mir weiß ich es, aber bei Freedom?
Ich habe mich hauptsächlich an den oberen Knopf gehalten, wie auch immer, irgendwann machte es den Eindruck, als ob es an wäre. Im Display erschien nämlich etwas- außer Cochlear- Logo.
Für mich wäre auch interessant zu wissen, wie dieser SP wieder ausgeht. Dazu wieder mittig abdrehen?
Na ja, immer, wenn ich bei dem Patienten vorbei kommen, liegt der Prozessor meist in der Schale auf dem Nachtschrank, und irgendwer redet auf den Mann ein. Dabei haben wir keine leiseste Ahnung, was er noch rechts hört- sicherlich ist er auf der Seite auch ziemlich schwerhörig, wenn nicht gar taub. Ob er dadurch noch mehr verwirrt ist? Weil er nicht weißt, was die um sein Bett stehen, eigentlich von ihm wollen?

Wir sind jetzt jung, agil, selbständig. Wir beherrschen unsere CI's und Prozessoren, wir sind fit in Bluetooth, Induktionen und sonstigen, was mit unseren Implantaten zu tun hat. Aber wie wird das in 2, 3, 4 Jahrzehnten sein, wenn wir es nicht mehr können, das meiste vergessen haben? Und wahrscheinlich wird keiner da sein, der uns irgendwie dabei hilft, zu hören.

Noch eine Randbemerkung: vom Rechts wegen, darf das Pflegepersonal patienteneigene Geräte nicht bedienen, dazu zählt nebst Schlafmaske auch ein SP zum CI. Wir dürfen lediglich die Hörgeräte einsetzten, Batteriewechsel ist schon ein juristisches Problem, falls es zur Beschädigung kommt. Aber irgendwie komme ich an dem alten Herren nicht tatenlos vorbei... und wäre für eine kurze Anleitung, wie ich diesen Freedom richtig handhabe, sehr dankbar.
rechts: CI seit Sept. 2013, trage Opus 2XS (sehr gern)+ Rondo (weniger gern)
links: Schwerhörigkeit bei Otosklerose, HG von Phonak

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Freitag, 10. Juli 2015, 19:27

Hallo Lucy!

Das ist ja eine schöne Geschichte. Die Situation des alten Herrn ist wirklich knifflig.

Folgender Link zum Benutzerhandbuch für den Freedom hilft vielleicht ein bisserl weiter?

http://www.cochlear.com/wps/wcm/connect/…pdf?MOD=AJPERES

Grüße, Wolfram
* 1951, spätertaubt mit 7 Jahren
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Freitag, 10. Juli 2015, 19:43

Hallo Lucy,

das ist ja echt kniffig; zeigt aber deutlich, wo es an vielen Ecken der Pflege brennt.... Auch wenn der alte Herr es nicht mehr mitbekommt; er kann sich glücklich schätzen; Dich als Engel zu haben.... :)


Wolfram war schneller, wollte das Handbuch auch hier verlinken... 8)
Von Geburt an beidseitig an Taubheit grenzende Schallempfindungsschwerhörigkeit
LI: Implantation von CI422(SRA) 10/12 - EA des SP Cochlear Nucleus 5(CP810): 11/12
RE:Implantation von CI422(SRA) 09/14 - EA des SP Cochlear Nucleus 6(CP910): 10/14
Vivantes Klinikum im Friedrichshain - Hörzentrum Berlin / Cochlear Implant Centrum Berlin-Brandenburg

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Freitag, 10. Juli 2015, 20:15

Hallo Lucy,

weiterhelfen kann ich Dir zwar nicht, da auch MedEl- Kunde, aber danken
für Deinen mitfühlenden Bericht. :)
Hab ja selber schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel und fühle mich aber
geistig noch topfit, aber wer weiß schon was uns noch erwartet?
Sollte es mich auch treffen, würde ich mir wünschen auf einer Station zu
landen wo es Engel wie Dich gibt. :)

LG Ulrich
links: taub, OP 15.09.14, EA: 16.10.14 Med El- Sonnet
rechts: HG, seit Dez. 15 auch rechts taub

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Freitag, 10. Juli 2015, 20:55

Hallo lucy,ich habe mir vor jahren schon gedanken gemacht, wie es wohl ist, wenn ich ganz pflegebedürftigt werde, igendwo im heim lande, keiner weiß, was man mit den sp macht, wie und wann batterien gewechselt werden müssen. Ein grauen, man ist aufgeschmissen, wieder taub..
Als dann meine tochter und ihr lebenspartner mich fragten,ob wir nicht zusammenziehen wollten! Fand ich das auch eine gute idee. Alle wissen bescheid, was dies ding am ohr für mich bedeutet, wie es bedient wird, wie man die batterien wechselt etc. Selbst mein großer enkel,damals grad 3 jahre alt, weiß genau bescheid, wie batterien zu wechseln sind und dass sie, wie er damals schon sagte, erst einmal lüften müssen.
Meine tochter weiß auch, was da eventuellmit mir auf sie zu kommt, wenn ich gar nicht mehr kann. Sie hat mich schon mit 12 jahren gepflegt, als ich das erste mal gelähmt war, für ein halbes jahr.
Ja und nun wohnen wir schon zusammen in einem haus, seit fast 5jahren. Ich habe meine eigene kleine wohnung im erdgeschoß, mit einer tür, die ich auch zumachen kann. Inzwiscen ist noch ein enkel dazu gekommen und es ist einfach schön. Wir helfen uns gegenseitig und ich weiß, ich brauche nicht ins heim, und habe auch hilfe und ansprache.
ich habe mich auch hier mal im altenheim gemeldet, falls sie mal jemanden haben, der ci träger ist, ich helfen kann und auch das personal einweisen kann. Na die haben ziemlich doof geschaut, gemeldet hat sich noch keiner bei mir.
Auch jetzt, bei meinen häufigen krankenhausaufenthalten , sind die schwestern ziemlich ratlos, was das für hörgeräte sind, sie nichts kapiert haben und auch sich nicht vorstellen können, dass ich ohne die cis nichts höre. Ist einfach wirklich schwierig, für den patienten und auch für das personal.

liebe grüße und danke dass du dich um den alten herrn kümmerst, rosemarie.
2005 links CI Freedom
2006 rechts CI Freedom mit Double Array Implant wegen verknöcherten Cochlear
seit Freitag dem 13.09.2013 beiderseits den N5 von Cochlear

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Freitag, 10. Juli 2015, 21:08

Ja, wer weiß, wie es sein wird bei uns später.
Aber falsch ist es niemals, Gutes zu tun, denn "das, was euch die Leute tun sollen, tut Ihnen auch".
Gruß Norbert
links: Opus 2XS, Flex28; OP 14/09/2012 MHH
EA: 05/11/2012 erfolgreich
rechts: HG (zu nichts nutze...)
--------------------------------
Offenbarung 21,4
...und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz...

Jesaja 35, 4-6
Sagt den verzagten Herzen: "Seid getrost ..." ...dann werden die Ohren der Tauben geöffnet werden...

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Samstag, 11. Juli 2015, 16:44

Hallo an alle,
möchte mich für Freedom- Anleitung bedanken, ja, klappte prima in letzter Nacht :)
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Sonntag, 12. Juli 2015, 17:05

Hallo Lucy,

ich finde deinen Bericht sehr interessant und bin auf diesem Gebiet auch aktiv tätig. Unser Krankenhaus hier vor Ort kennt mich und würde mich bei Problemen zu Hause anrufen.
Ich habe fünf/sechs Jahre den Freedom getragen, kenne mich also bestens aus. Tipp für Bettlägerige, besorge ihm ein Stirnband, damit der Magnet nicht verrutscht, eine Otoplastik hilft da nicht viel. Sind denn gar keine Angehörige da, muss doch bei der Anamnese schon auffallen, zumal du angibst, dass der Patient dement ist.
Ich bin gelinde gesagt erschüttert und traurig über den Umgang mit diesem Herrn, so wie du ihn beschreibst. Ich versuche mich da hinein zu versetzen, wie ich mich fühle, wenn jemand vor mir steht und auf mich einredet oder sogar einschreit, und ich verstehe nichts. Und das in einer mir fremden Umgebung, sprich Krankenhaus. Es gibt gute Broschüren für Pflegepersonal und Ärzte mit Tipps für den Umgang mit Hörgeschädigten im Krankenhaus, liest die überhaupt jemand?
Auf diesem Gebiet gibt es noch enorm viel zu tun, aber manchmal habe ich das Gefühl es ist ein Kampf gegen Windmühlen..... X(
Aber ich mache trotzdem weiter :D
Grüße
Sigrid


schwerhörig nach Masern 1962
HG seit 1964
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9

Sonntag, 12. Juli 2015, 18:30



Ich bin gelinde gesagt erschüttert und traurig über den Umgang mit diesem Herrn, so wie du ihn beschreibst. Ich versuche mich da hinein zu versetzen, wie ich mich fühle, wenn jemand vor mir steht und auf mich einredet oder sogar einschreit, und ich verstehe nichts. Und das in einer mir fremden Umgebung, sprich Krankenhaus. Es gibt gute Broschüren für Pflegepersonal und Ärzte mit Tipps für den Umgang mit Hörgeschädigten im Krankenhaus, liest die überhaupt jemand?

Ziggy, in dieser Lage würde ich auch ziemlich ausrasten, sollte ich so liegen und nichts verstehen.
Broschüren- ich habe mal vor Jahren paar ausgelegt, ich habe sie von einem Aktionstag mitgebracht. Sonst habe ich nie welche gesehen, oder gar Selbsthilfegruppen mit Hilfsangeboten.
Und wie ich schon schrieb, die Pflegedokumentation ist lediglich auf "Hörgerät einsetzen" beschränkt. Mit CI hantieren bringt sozusagen kein Geld, ist in keiner DRG- Pauschale bedacht....
Ja. mit dem Stirnband ist es eine gute Idee, danke!
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Charmaine

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Montag, 13. Juli 2015, 13:23

Total klasse von dir, wie du dich kümmerst, hut ab!!!
Ich finde deinen bericht auch sehr interessant,du und der patient erleben gerade das, was mir schon seit jahren durch den kopf geht und mir angst macht...mein denken,reden und angst war immer, was wenn das restgehör völlig weg ist,ich alt oder durch nochmal hirntumor oder sonstiges irgendwann mal ne zeit oder für immer nichts mehr so geregelt bekomme, CI dran, batterien wechseln usw.
oft wurde mir gesagt,mane güte,denk doch an sowas nicht,leicht gesagt von leuten die diesesn mist nicht haben....ich dachte und denke aber oft daran und mache mir gedanken...
und durch den bericht hier ist mir erstmal bewusst geworden, das ich mir eigentlich noch nie von jemanden mal mein CI vom kopf nehmen ließ,oder dran machen ließ,oder batterie wechsel ...das werde ich noch diese woche in angriff nehmen ;)und meine söhne auf die schulbank meiner CI´s schicken ...


Euch allen einen schönen Wochenanfang,
Liebe Grüße Charmaine
Es gibt keinen Weg, der nicht irgendwann nach Hause führt
-------------------
bis zum 23 Lebensjahr normal hörend...
durch krankheit dann der verlauf,mittelgradig,hochgradig an taubheit grenzend,taub..
rechts,op - 28.2.08 ; PULSAR-Opus 2 xs , EA.01.04.08
links,op - 11.03.15 ; SYNCHRONY-Opus 2 xs , EA.07.04.15

Lucy

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Montag, 13. Juli 2015, 19:19

Hallo Charmaine, du sprichst wichtige Aspekte an. Auch mein Prozessor hat bis jetzt kein anderer in die Hand genommen bzw. nehmen dürfen. Das ist nicht für die Zukunft bedacht :(
Da ist Rosemarie uns schon ganzes Stück voraus, mit ihrem Enkelkind.

Ich denke, es wäre nicht schlecht, für bestimmte Situationen kleine Gebrauchsanweisung des Prozessors mit dabei zu haben. Ich habe dann paar Seiten aus dem net gedruckt, für meine Kollegen, wie man freedom ein- und ausschaltet, wie Batterien gewechselt werden, was verschieden Symbole in dem Display zu bedeuten haben. Es waren nur paar seiten, schön übersichtlich, das Wichtigste habe ich noch gelb gemarkert, wie zum Beispiel, die Batterien lassen sich nur zu einer Seite raus- und einschieben. Ich werde auch für mich so ein Heftchen zusammen basteln.

Ziggys Idee mit dem Stirnband werde ich auch für mich beherzigen, falls mal was ist; wenn man gezwungen ist, im Bett zu liegen, und auch mal nachts den Prozessor dran zu lassen- wie eben im Krankenhaus eben- kann er weniger verrutschen.

In einem anderen thread schreibt Rosemarie von ihrer Untersuchung im Röntgen- bemerkenswert, dass ihr alle Schritte und Vorhaben stets aufgeschrieben wurden, weil sie dabei keine Prozessoren dran haben konnte. Wichtig ist, das Personal direkt auf eigene Schwerhörigkeit/ Taubheit/ Hörhilfen hinzuweisen. Vor vielen Jahren, ich war Anfang 30, musste ich mich einer kleinen Operation unterziehen. Im Krankenhaus, auf der Station, wird man als Patient nach einem Muster abgefragt, das heißt pflegerischer Aufnahmebogen und ist eigentlich interessant, wenn jemand alt, gebrechlich, pflegebedürftig in mehreren Situationen ist. Bei einem jungen Patienten wird er meist "überflogen".So auch bei mir damals. Die Schwester wunderte sich erstmal, als ich "halt" rief und sie auf meine Hörgeräte aufmerksam machte. Damit rechnet man bei jungen Patienten irgendwie nicht, bei älteren schaut man automatisch auf die Ohren. Mir war wichtig mitzuteilen, dass es mit mir ggf. Probleme im Aufwachraum geben könnte, wenn ich aus der Narkose aufwache und wahrscheinlich nicht alles verstehe, was man mir sagt oder fragt. Vor der Narkose, sage ich mir immer, ist man mehr auf zack, da macht man sich schon mehr bemerkbar.

Tja, und zum Schluss die traurige Nachricht, der alte Herr ist gestern morgen gestorben.
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Montag, 13. Juli 2015, 19:53

Ich habe für die CIV-NRW News mal einen Artikel geschrieben:


Gut vorbereitet zum Arzt oder ins Krankenhaus

wer daran interessiert ist, bitte PN, ich kann den Artikel zumailen

Zur Info:
für den Freedom gibt es ein kleines Faltblatt: Schnellanleitung, hatte ich immer dabei im Portemonaie, gab es beim N6 leider nicht.

Wichtig auch im Notfallausweis: KEIN MRT und Person ist taub!



Grüße
Sigrid


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Mittwoch, 15. Juli 2015, 19:33



Wichtig auch im Notfallausweis: KEIN MRT und Person ist taub!



Das habe ich ihm noch vor dem Wochenende in die Fieberkurve geschrieben, taub, CI- Träger, kein MRT. Eigentlich wäre es Doktors Job.
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Freitag, 2. Oktober 2015, 16:58

http://www.medel.com/de/Mit-CI-ins-Krank…8e2b5-129824433

Ich lese es mir demnächst in Ruhe durch, und nehme Stellung dazu ;)


"Sofern Sie als Patient aufgrund Ihres Gesundheitszustands selbst nicht in der Lage sind, den Audioprozessor anzulegen, bitten Sie das Pflegepersonal, Ihnen dabei zu helfen. "
Wichtig zu wissen, dass in dem Fall, sollte etwas passieren, SP kaputt gehen etc., die Angelegenheit NICHT versichert ist!
Pflegepersonal darf an sich keine Patientengeräte anfassen und bedienen- also Schlafmasken, Sprachprozessoren.
Lediglich Brille putzen und Hörgeräte einsetzen ist "erlaubt" und darf abgerechnet werden.
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Franzi

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Freitag, 2. Oktober 2015, 17:08

Wie soll dann das Pflegepersonal den Patienten richtig pflegen wenn solche dinge wie Sp anlegen nicht versichert ist. Hg wiederum ist versichert... tolle gesetzen haben wir. Da kann man mal wieder nur den Kopfschütteln.
MedEl Synchrony -Sonnet CI 30.9.2014
EA 27.10.2014
links. Cochlear 512 10.11.2010
EA 6.12.2010
re-implantation 9.5.2011
EA 14.6.2011

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Freitag, 2. Oktober 2015, 18:40

Franzi, es geht hauptsächlich darum, dass das Pflegepersonal nur Geräte benutzen darf, auf die es geschult ist. Wir bekommen für jedes neue gerät, Medikamenten- bzw. Ernährungspumpe, für jedes simple, aber eben neues Thermometer, eine verbindliche Anweisung.
Alles, wofür wir keine Anweisung haben, dürfen wir nicht bedienen, weil fehlerhaftes Bedienen dem Patienten oder dem Gerät Schaden zufügen könnte. Oder wenn eben das Gerät dabei kaputt geht, weil man es nicht richtig bedient hat.
Brille und Hörgeräte sind eben "Hilfsmittel", das sind CI's nicht, es sind hochwertige Geräte, die auch nicht jeder bedienen kann und bedienen können muss.
Ich habe keine Berührungsängste und gerade für so einen hilflosen Patienten mit CI nahm ich mir gerne Zeit, siehe Thread- Anfang, aber alle anderen meiner Kollegen wissen einfach nicht so genau, was ein CI, SP ist. Und sie können schlicht und einfach das Ding nicht einsetzen, einschalten, oder gar Batterien wechseln. ich kann dies nun mal aus dem besonderen Grund, weil ich selbst CI- Träger bin, ferner mich mit Herstellern auskenne, und ggf. weiß, wo ich eine Anleitung finde- wie ich es eben schon mal beschrieben habe. Erstmal stand ich vor dem Freedom auch wie Ochs' vor dem Berge ;)


Über Gesetzte kann man sich auslassen, nur es bringt ja nichts, Pflege ist teuer und sparsam, und so wirklich interessiert es keinen Otto Normalverbraucher, wie das Pflegepersonal, die Krankenhäuser zusammen gespart werden, und nur noch Sachen zählen, die geld bringen, weil sonst das Krankenhaus vor die Hunde geht, oder ist es bereits- wie die meisten Krankenhäuser im reichen land Deutschland. Krankenhaus ist Firma wie jede andere, auf Profit aus, das wurde seit 20 Jahren billigend in kauf genommen, von der Politik, von den Bürgern. Die Rechnung zahlen wir jetzt alle, auch mit solchen Unzulänglichkeiten, wie eben keine zeit, keine Muße, sich mit Besonderheiten des Patienten zu beschäftigen. Der Patient kommt ins Krankenhaus, um eine Krankheit behandeln zu lassen, im Optimalfall sich einer teuren (für das Krankenhaus) Operation unterziehen zu lassen, und wenn er Glück hat, wird ihm in der sehr kurzen inzwischen Verweildauer, einmal das Deckbett geschüttelt.

So, eigentlich wollte ich keine Diskussion zur Gesundheitspolitik hier starten, es ergab sich aber irgendwie so ;)
Was ich aber noch loswerden möchte, um das Problem mit "Problempatienten", zu denen ich Patienten mit CI durchaus zähle, ist die Tatsache, dass ich demnächst, nächsten Monat, im Zuge der Sparma?nahmen, nachts alleine mit 40- 50, teilweise frisch operierten Patienten sein werde, und nicht nur ich. Tja, und stell dir vor, da sollst du dich noch mit irgendwelchen seltsamen Geräten beschäftigen, von denen du null Ahnung hast, der Patient bzw. deine Angehörigen es aber so erwarten, weil Krankenpflege mit sonst welchen Idealen, Aufopferung etc. in Verbindung gebracht wird. Dann machst du was im Stress und auf die schnelle, es passiert was, und DU hast das Nachsehen. Vielen Dank auch, da kann ich schon meine Kollegen verstehen.
rechts: CI seit Sept. 2013, trage Opus 2XS (sehr gern)+ Rondo (weniger gern)
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Samstag, 3. Oktober 2015, 10:17

Ja Lucy,
Das ist der traurige Krankenhausalltag, da stimme ich in dein Lied mit ein. Funktionsabteilungen wie meine betrifft das genauso, zumal um beim Beispiel zu bleiben, die Patienten bei radiologischen Untersuchungen teilweise auch die Hilfsmittel ablegen müssen. In der Urlaubsflaute im Sommer hatte ich mal mehr Zeit, um mich mit einzelnen Patienten ausführlicher zu beschäftigen, uünd das waren erhebende Momente, die auch zeigen, so schön könnte es sein!

Greetz
Martina
Implant 24RE 06/04 und 01/07, CP910 seit 21.11.2013

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Samstag, 3. Oktober 2015, 11:11

Klar versteh ich das wenn man sich mit Diversen Geräten nicht auskennt, das man diese dann nicht anrührt. Mir ist auch klar das man das Personal nicht für zig Geräte Schulen kann die es so und Patienten benötigen kann.
Das was ich oben schrieb sollte kein Vorwurf an das Pflegepersonal sein,den das Leistet verdammt viel. Ich war nur überrascht das solche Dinge dann nicht versichert sein sollen.


Wie sieht das eigendlich in Altersheimen aus, in Sachen sollten Geäten wie CI usw... den dort sind ja die Patienten normalerweiße länger als im KH.
MedEl Synchrony -Sonnet CI 30.9.2014
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links. Cochlear 512 10.11.2010
EA 6.12.2010
re-implantation 9.5.2011
EA 14.6.2011

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19

Samstag, 3. Oktober 2015, 12:47

Franzi,

in den Altenheimen kommt es auf die einzelne Pflegekraft an, wie sie sich engagiert.
Es kommt in den Ausbildungsstätten, Berufskolleg, Fachseminar etc. auf die einzelne Lehrperson an, inwieweit sie sich engagiert und das für wichtig hält, ihre Schüler entsprechend an diese Problematik heranzuführen.
Ich könnte dazu jede Menge Beispiele und Geschichten erzählen (kein Wunder bei über 20 Jahren Berufserfahrung), aber wen interessiert das?

Martina und Lucy schildern den Alltag,
und Leute,

ich bin heilfroh, dass ich verrentet bin, denn ich habe die "guten", weil andere Zeiten noch erleben dürfen, ich könnte es heute nicht mehr, weil es mir absolut gegen den Strich geht, wie mit
M E N S C H E N
umgegangen wird.

Aber, lassen wir uns nicht unterkriegen und ich wünsche denjenigen, die drin stecken ganz viel Kraft und Energie :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:
Grüße
Sigrid


schwerhörig nach Masern 1962
HG seit 1964
Hörsturz 2000
bilateral CI von Cochlear: Okt. 2007/Nov.2008, N6 seit 29.11.2013

Rosemarie

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20

Donnerstag, 8. Oktober 2015, 08:48

Hi,
mir fällt gerade noch was wichtiges hier zum thema ein. Ich habe ja in diesem letzten jahr leider sehr oft im krankenhaus gelegen. Durch das ständige liegen im bett, waren meine mikrophone sehr oft ganz leise. Nachdem ich dann selber, das ist eine fummelarbeit im bett, die mikrophonabdeckungen gewechselt habe, konnte ich plötzlich sehr viel besser hören. also wichtig ist auch, dass die mikrophonabdeckungen gewechselt werden . Beim freedom kein problem, beim n 5 schon ne fummelarbeit. Ob es sowas bei den sp von med el oder ab auch gibt, weiß ich gar nicht.
lieben gruß, rosemarie.
2005 links CI Freedom
2006 rechts CI Freedom mit Double Array Implant wegen verknöcherten Cochlear
seit Freitag dem 13.09.2013 beiderseits den N5 von Cochlear